

Zugegeben, hier und da gab es sehr authentische asiatische Geschäfte. Daneben verkauften viele aber auch einfach nur typischen Touristen-Ramsch zu exorbitanten Preisen. Insgesamt war das Stadtbild genau das, was man von einer deutschen Großstadt an der Grenze des Ruhrpotts erwartete – kahl, dreckig, kalt und in die Jahre gekommen. Zwischen den authentischen asiatischen Läden tummelten sich Klavier- und Möbelgeschäfte für Wohlbetuchte, Apotheken und einige steril wirkende Hotels, deren Preise sich ebenfalls an Besserverdienende richteten. Nichts von all dem Charme, den Little Tokyo in London für uns versprüht hatte – keine dekorativen Fassaden, keine Plätze mit authentischer Deko oder Architektur, keine fremden Gerüche, spannende Läden dicht an dicht – mit Dingen in den Auslagen, die man noch nie gesehen hatte.

Stattdessen: Gerade deutsche Glasfassaden, Hochhäuser, Müll, Lärm, eine Menge Obdachlose und ein permanentes mulmiges Gefühl in der Magengegend. Da sich unsere Begeisterung über die berühmte
Immermannstraße in Grenzen hielt, verirrten wir uns an einem unserer Aufenthaltstage dann auch in die angrenzende Schadowstraße, wo sich typische Geschäfte wie Primark, C&A, H&M, TK Maxx und Co. fanden – um nur einige zu nennen. „Gut“, dachte ich, „ich brauche eh mal wieder neue Klamotten, dann nutze ich den Urlaub halt eben dafür.“
Es begann ein mehrstündiger, fruchtloser Marsch durch diverse Herrenabteilungen, eine
weiter vom Eingang des Geschäfts entfernt als die andere. Diverse Rolltreppen und minimalistische
Auslagen später stand ich in einer Umkleidekabine im H&M und probierte die einzige Jeans im ganzen
Laden an, die nicht „Baggy“ geschnitten, den einzigen Pullover, der nicht in einer experimentellen
Farbe gehalten, und die einzige Jacke, die aussah, als könnte sie mir halbwegs stehen. Aus allen
besuchten Läden waren diese drei Dinge, bei jeweils sehr magerer Auswahl, bisher das Einzige, das
ich auch nur annähernd in eine Umkleidekabine hätte mitnehmen wollen. Da stand ich dann in einem
sehr durchschnittsgrünen Pullover ohne nennenswerte Merkmale, einer „Straight-Cut“-Jeans und einer
fast bauchfreien Lederjacke und erinnerte mich plötzlich, während ich in den Spiegel blickte, dass
mir bauchfrei gar nicht steht, ich „Straight-Cut“ gar nicht mag und ich einen sehr ähnlichen,
ebenfalls sehr unspektakulären grünen Pullover bereits zuhause habe – der obendrein auch noch
deutlich besser sitzt als dieser. Ich wollte nur, nach all dem Rumgerenne, endlich wenigstens
irgendetwas finden, was ich mitnehmen konnte, um den Aufwand zu rechtfertigen. Aber eigentlich
wollte ich keinen dieser Artikel, also hängte ich alles wieder auf die Bügel, nahm noch einen (so
sollte sich wenige Tage später herausstellen: für seine Qualität viel zu teuren) Echtledergürtel
mit und wir gingen.
Warum schreibe ich den ganzen Quatsch hier und was hat Little Tokyo mit H&M zu tun? Beide stehen vor demselben Problem: Immer weniger Menschen zieht es noch in die Innenstädte. Der gesamte Handel verlagert sich zunehmend ins Internet und viele Menschen sträuben sich mit aller Kraft gegen diese Vorstellung. Amazon regiert den Onlinehandel und trotz diverser Skandale ist das Unternehmen bis heute nicht vom Thron zu stoßen. Menschen gehen an Orte oder in Geschäfte, um dort etwas zu bekommen, das sie sonst nirgendwo kriegen: ein Erlebnis. Im Fall von Little Tokyo in London ist dieses Erlebnis gelungen. Die Stadt hat sich Mühe gegeben, hat dem Stadtteil bei vielen Dingen freie Hand gelassen und hat Little Tokyo so zu einer ganz eigenen integrierten Welt werden lassen, bei der es sich fast anfühlt, als würde man für kurze Zeit in eine ganz andere Stadt eintauchen. Im Fall von Düsseldorf hingegen … ist und bleibt man in Düsseldorf. Es entsteht keine Atmosphäre, während man die Immermannstraße herunterläuft, die einzelnen Geschäfte liegen oft weit auseinander und die Straße ist in der Mitte durch zwei Fahrbahnen und Straßenbahnschienen getrennt, die man mühsam und langatmig mit Hilfe mehrerer Ampeln überqueren muss. Kurzum: Es ist kein Erlebnis – oder zumindest kein gutes.
Das Gleiche gilt für H&M oder in diesem Fall für jeden Modeladen, den ich in den letzten fünf Jahren betreten habe: Es gibt eine sehr begrenzte Auswahl, die sich nur an den aktuellen Trends der Saison orientiert und auf die im Laden liegenden Größen limitiert. Wenn einem „Baggy“-Jeans nicht gefallen, diese aber gerade nun mal Trend sind, dann kann einem der Laden schlicht nichts anderes bieten. Dem gegenüber steht der Onlinehandel, in dem jeder Artikel aufgeführt werden kann, den ein Laden anbietet. Klar, dass ein physisches Geschäft nur eine begrenzte Fläche hat und jeder Quadratmeter dieser Fläche Miete kostet, die dann wiederum die Preise der angebotenen Artikel in die Höhe treibt. In Zeiten, in denen Webshops noch so aussahen:

... war das Erlebnis im Laden klar besser und die meisten Geschäfte mussten sich keine Gedanken um
Webseiten oder gar eine eigene App machen. Aber im Verlauf der letzten zehn Jahre ist die Waage
gekippt und fast alle Webshops bieten nun – mit modernem User Interface und durchdachtem User
Experience Design – ein eindeutig besseres Erlebnis für Kunden.
Wir stehen gerade wieder vor einem solchen Entwicklungsschritt: Virtual Reality und Augmented Reality nehmen immer weiter Einzug in unseren Alltag und beinahe jedes moderne Smartphone unterstützt XR (Abkürzung für „Extended Reality“, ein Sammelbegriff für Virtual, Augmented und Mixed Reality).

Einige Unternehmen wie Nike sind mit Produkt-Konfiguratoren bereits auf diesen Zug aufgesprungen
und bieten ihren Kundinnen und Kunden auf ihrer Website ein neues und einzigartiges Erlebnis.
Amazon oder Mister Spex bieten in ihren Apps und den mobilen Versionen ihrer Websites bei einigen
Produkten die Option „Virtuelle Anprobe“ und Zalando akquirierte im April dieses Jahres (2025) das
AR-Start-up DeepAR für eine nicht öffentlich bekannte Summe.
Zalando arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einer virtuellen Umkleidekabine und präsentierte 2024 eine verbesserte Version ihres Prototyps. Ziel der virtuellen Umkleide ist es, Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit zu bieten, Kleidung digital an einem möglichst exakten Körperdouble anzuprobieren. Hierfür ist in den Kabinen spezielle Messtechnologie verbaut, mit der sich Nutzer ihren eigenen virtuellen Avatar exakt an ihren eigenen Körper anpassen können.

Damit ist Zalando auf dem besten Weg, eines der noch verbleibenden Probleme des Onlineshoppings
aus dem Weg zu räumen. Bereits jetzt kann Zalando innerhalb des Testrahmens einen Rückgang der
Umtauschraten von bis zu 40 % verzeichnen. Damit hebt Zalando das Einkaufserlebnis für seine
Kundinnen und Kunden auf ein ganz neues Level und nimmt dem traditionellen Shopping im Geschäft
eine seiner letzten Trumpfkarten direkt aus der Hand.
Egal ob Amazon, Nike, Zalando oder IKEA ([die bereits seit 2017 virtuelle Möbel via AR direkt ins Wohnzimmer der Kunden stellen](https://www.ikea.com/global/en/newsroom/innovation/ikea-launches-ikea-place-a-new-app-that-allows-people-to-virtually-place-furniture-in-their-home-170912/)) – es zeichnet sich immer deutlicher ein Trend ab, der Kundinnen und Kunden ein völlig neues und einzigartiges Erlebnis verspricht, indem er das traditionelle Onlineshopping erweitert und verbessert. Bei dem wir neue, aufregende Erfahrungen sammeln und immer seltener den bisherigen Frustrationen des E-Commerce ausgesetzt sind, bei dem Artikel nicht passen oder zuhause doch ganz anders sitzen. Gleichzeitig wird dieser Trend dazu beitragen, traditionelle Geschäfte, wie wir sie bisher kennen, noch weiter einzudampfen oder zu ersetzen.
Wenn auch Sie an diesen Trend glauben und als Vorreiter mit uns gemeinsam einen Schritt Richtung Zukunft wagen wollen, dann buchen Sie sich doch gern ein virtuelles Meeting mit uns. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir Ihren Kundinnen und Kunden schon heute das Einkaufserlebnis von morgen bieten können! Egal ob mit einem eigenen Konfigurator, Augmented- oder Virtual-Reality-App – wir unterstützen Sie gern dabei, Ihren Shop schon heute zukunftssicher zu gestalten.
Quellen: